Frühförderung
Zehn Fragen und Antworten zum Projekt «schritt:weise»
Was ist «schritt:weise»?
«schritt:weise» ist ein Spiel- und Lernprogramm für Familien, das eineinhalb- bis vierjährige Kleinkinder fördert. Im weitesten Sinn dient es der Vorbereitung der Kinder auf den Kindergarten.
An wen richtet sich «schritt:weise»?
Das Programm richtet sich an sozial benachteiligte Familien. Es spricht Eltern an, für die es in der gegenwärtigen Lebenssituation schwierig ist, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen einzugehen.
Warum braucht es «schritt:weise»?
Das Projekt hilft Familien, die unter Armut, Arbeitslosigkeit, ungünstigen Wohnverhältnissen leiden oder einen Migrationshintergrund haben, aber auch von belastenden familiären Situationen (z. B. Trennung) oder persönlichen Bürden betroffen sind. «schritt:weise» kann zu einem frühen Zeitpunkt präventiv wirken.
Wie funktioniert «schritt:weise»?
Das Programm wird zu Hause bei den Familien durchgeführt und erfordert die aktive Mitarbeit der Eltern. Es fördert insbesondere das Miteinander von Mutter/Vater und Kind, das für die gute Entwicklung des Kindes ausschlaggebend ist. Die Kinder lernen die Grundlagen für das gute Miteinander innerhalb einer Gruppe kennen. Die Eltern werden in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt.
Welchen Erfolg verspricht «schritt:weise»?
«schritt:weise» ist die schweizerische Umsetzung des Programms «Opstapje», das sich zuerst in den Niederlanden und danach in Deutschland bewährt hat. In der Schweiz wird das Programm bereits an zehn Standorten – unter anderem in Basel, Bern, Winterthur und St. Gallen – umgesetzt. Psychologische Tests vor und nach dem Projekt ergaben, dass die teilnehmenden Kinder einen überdurchschnittlichen Entwicklungsschritt gemacht haben. Vor Eintritt in den Kindergarten lagen sie punkto Reife gleichauf mit normal geförderten Kindern – und zwar quer durch alle Bevölkerungsschichten. Und ihre Eltern fühlten sich besser als zuvor imstande, auf Herausforderungen vonseiten der Kinder zu reagieren. Wichtig für den nachhaltigen Erfolg ist, dass die Kinder nach dem Projekt regelmässig eine Spielgruppe besuchen.
Was bringt «schritt:weise» den Teilnehmenden?
Eine Hausbesucherin betreut die Familie zunächst wöchentlich, später jede zweite Woche. Sie spielt mit dem Kind und zeigt der Mutter, wie sie das Kind in seinem Spiel unterstützen kann. Daneben besuchen die Eltern – oder ein Elternteil – mit ihren Kindern alle vierzehn Tage ein Gruppentreffen. So profitieren die Teilnehmenden in zwei Programmjahren zu je 9 Monaten von insgesamt 70 Spiel- und Lernkontakten.
Wer setzt «schritt:weise» um?
Die Trägerschaft für «schritt:weise» bildet das Baselbieter Bündnis für Familien. Es beschafft die für das Programm benötigten Mittel. Mit der Projektleitung ist Daniel Wiederkehr, Leiter der Fachstelle für Soziale Arbeit der römisch-katholischen Kirche Baselland, beauftragt. Für die operative Umsetzung wurde das Rote Kreuz Baselland als Partner ausgewählt.
Wie läuft «schritt:weise» ab?
2009 ermittelte eine sozialwissenschaftliche Studie des Instituts Kinder- und Jugendhilfe der Fachhochschule Nordwestschweiz die Pilotgemeinden in Baselland. Nach einer Vorbereitungsphase (6 Monate) beginnen 2010 die ersten 15 Familien mit dem Frühförderprogramm. Auf die Durchführungsphase, die von März 2010 bis August 2011 läuft (18 Monate), folgt eine Auswertung des Programms, die das Marie-Meierhofer-Institut durchführt. Eine zweite Durchführungsphase schliesst von Oktober 2011 bis März 2013 daran an.
Was kostet «schritt:weise»?
Die Projektlaufzeit beträgt 42 Monate. Vom Programm profitieren 30 Kinder mit ihren Familien (zwei Durchgänge mit je 15 Kindern). Die Kosten des gesamten Projekts belaufen sich einschliesslich Personal (1 Projektleiter 5–20%, 1 Koordinatorin 40%, 2 Hausbesucherinnen 25%), Aus-/Weiterbildung, Infrastruktur, Betrieb, Gruppentreffen, Materialien und Gebühren auf knapp 400 000 Franken. Sie werden vom Kanton, sozial engagierten Unternehmen und privaten Stiftungen sowie den beteiligten Gemeinden getragen. Die Teilnahme am Projekt ist für die Familien bis auf einen Beitrag an die Spielmaterialien kostenlos.
Wo gibt es mehr Informationen zu «schritt:weise»?
Weitere Informationen zum Programm und zu dessen Standorten in der Schweiz finden Sie auf der Website » www.a-primo.ch des Vereins «a:primo», der das Programm an die schweizerischen Verhältnisse angepasst hat und die Lizenzen für die Schweiz vergibt. Für Deutschland hilft Ihnen » www.opstapje.de weiter. Interessieren Sie sich für das Programm und wohnen in Liestal, so wenden Sie sich an:
Daniel Wiederkehr
Fachstelle Soziale Arbeit RKLK BL
Tel. +41 (0)61 683 33 60
Fachstelle Soziale Arbeit RKLK BL
Tel. +41 (0)61 683 33 60
Liestal als Pilotgemeinde für «schritt:weise» ausgewählt
Das Baselbieter Bündnis setzt das Frühförderungsprojekt «schritt:weise» gemeinsam mit dem Roten Kreuz Baselland um. Als Standortgemeinde für die erste Phase ab Frühling 2010 wurde Liestal ausgewählt. Hier beginnen die Hausbesucherinnen im April ihre Arbeit mit den ersten Familien.
Damit das Frühförderprogramm erfolgreich sein kann, muss es bekannt und lokal gut verankert sein. Nur so kann es die benachteiligten Familien erreichen, die es anpeilt. Deshalb lud das Rote Kreuz Baselland im ersten Quartal zu einem Informationstreffen ein. Vertreter des Familienbündnisses und des Roten Kreuzes informierten über ihre Zusammenarbeit und das Projekt. Ebenso gab eine Hausbesucherin aus dem Kanton Bern einen Einblick in ihre Arbeit mit den Familien. Die Veranstaltung war gut besucht von VertreterInnen aus den Bereichen Mütter-/Väterberatung, Pädiatrie und weiteren Beratungsstellen. Als Vertreter der lokalen Behörden waren Liestals Stadtpräsidentin Regula Gysin und Marco Avigni, Bereichsleiter Soziales und Gesundheit in Liestal, zu Gast.
Zur Finanzierung des Förderprogramms tragen folgende Institutionen bei:
- Marie Anna-Stiftung zur Unterstützung kranker Kinder im Raum Basel
- Basler Zeitung hilft Not lindern
- Christoph Merian Kantonalbanken Stiftung
- Sophie und Karl Binding Stiftung Basel
- Römisch-katholische Kirchgemeinde Binningen-Bottmingen
- Novartis International AG
Ein Flyer, der sich direkt an die Eltern richtet, informiert über die konkreten Inhalte des Frühförderprogramms.
» Download Flyer schrittweise (PDF)
» Download Flyer schrittweise (PDF)
Zwischenbilanz schritt:weise
» Download Dokument (PDF)
